Der SV Neidlingen und der SV Hattenhofen waren bzw. sind schon in der dritt- bzw. vierthöchsten Liga des Schießsports unterwegs gewesen. Max Braun wechselte im Jahre 2018 zum damaligen Zweitligisten SSV Kronau (bei Karlsruhe). In der Saison 2018/2019 schaffte das Team gleich den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Seitdem wurde die Mannschaft nur punktuell Verstärkt, der harte Kern blieb aber der Selbe. Diese Beharrlichkeit hat sich nun am vergangenen Wochenende ausbezahlt. Die Luftgewehrmannschaft des SSV Kronau schaffte es unter die Top vier Teams der Süd-Gruppe und qualifizierte sich damit für das am vergangenen Wochenende stattfindenden Bundesliga Finale der besten acht Mannschaften Deutschlands in Rotenburg an der Fulda.
Im Viertelfinale am Samstag schlugen sie zunächst sensationell den Rekordmeister St. Hubertus Elsen und standen damit erstmals im Halbfinale. Dort wartete kein geringeres Team als die Mannschaft, die während der Vorrunde das beste Mannschaftsergebnis der Geschichte erzielt hatte (1.995 Ringe von 2.000 möglichen Ringen). Doch auch diesen Prüfstein meisterten Max und sein Team mit Bravour. Dabei ging es extrem knapp zu. Die ersten drei Duelle standen nach den gängige 40 Schuss allesamt Unentschieden. An Position eins mussten die Kontrahenten trotz ihrer sensationellen Ergebnisse von 400 Ringe ins Stechen. Nicht viel weniger stark wurde an Position zwei (398 Ringe) und an Position drei (397 Ringe) geschossen. Nur die beiden Duelle an Position vier und fünf wurden direkt entschieden. Hier sicherte sich einmal Kronau und einmal München den Einzelpunkt. Die drei Stechen gewann am Ende alle der SSV Kronau. Wobei teilweise bis zu fünf Stechschüsse benötigt wurden, bis der Duellsieger feststand. Das ist Sport auf aller höchstem Niveau!
Damit stand der SSV Kronau zum ersten Mal sensationell im Goldfinale um den Deutschen Bundesliga-Meistertitel. Zwar handelt es sich um einen nationalen Titel, doch die deutsche Luftdruck-Bundesliga wird nicht zu unrecht als die beste Liga der Welt bezeichnet. Schützen aus der ganzen Welt brennen darauf in Deutschland für einen Verein an der Start gehen zu können. Darunter u. a. Italiener, Norweger, Amerikaner und Inder.
Am Sonntag ging es dann gegen den zweiten Finalisten, die SSG Kevelaer, um Olympiateilnehmerin Anna Janssen. Leider waren die „Tigers” aus Kevelaer noch eine Nummer zu groß für die Badener. Zwar konnten die Kronauer erneut zwei Duelle bis zum Stechen hinauszögern. Diese wurden jedoch nicht mehr durchgeführt, da die anderen drei Duelle allesamt zu Gunsten der SSG Kevelaer ausgingen.
Dennoch ist der Vizemeistertitel in der stärksten Liga der Welt ein riesiger Erfolg für den SSV Kronau und somit auch ein wenig für Neidlingen. Für Max ist es die Bestätigung damals mit seinem Wechsel alles richtig gemacht zu haben. Er hätte damals durchaus die Möglichkeit gehabt ein stärkeres Team auszuwählen. Doch er entschied sich für das junge und ehrgeiziges Team vom SSV Kronau. Herzlichen Glückwunsch zum Vizemeistertitel.